| Meine Frau brachte mir aus der Bibliothek ein Buch mit, weil sie annahm, dass mich etwas Kurzweiliges mehr dazu veranlassen könnte, ein Buch zu lesen. Ich kam damit das erste Mal mit Sir Peter Ustinov in Berührung, dessen Gespräche so kunstvoll und unterhaltsam wiedergegeben werden, dass unter dem Titel „Achtung! Vorurteile“ hochbrisante politische Themen mich wie eine Kriminalstory von Anfang bis zum Ende fesselten.
Im Einstieg zu diesem Buch heißt es: Sir Peter Ustinov, russisch-französisch-deutsch-italienisch-äthiopischer Abstammung, wurde 1921 in London geboren. Er war Dramatiker, Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller. Als Schauspieler ist er unvergessen in Filmen wie Spartakus, Quo Vadis und Topkapi. Seine Paraderolle war Hercule Poirot in den Agatha-Christi-Verfilmungen. Die Schrifstellerei jedoch war Ustinov nach eigenem Bekunden von allen eroberten Kunstgattungen die liebste.
Peter Ustinov war seit 1968 Sonderbotschafter des Kinderhilfswerk UNICEF und gründete die Peter Ustinov Stiftung, die u.a. Schulen in Afghanistan baut. Im März 2004 starb er in Genf an Herzversagen.
Noch vor Veröffentlichung dieses Buches sagte er selbst: Mehr als die meisten anderen Künste, in denen ich mich in meinem Leben versucht habe, ist dieses Buch über Vorurteile mein Vermächtnis. Und über ihn und sein Buch heißt es: Mit Witz und Charme rückt Peter Ustinov in seinem letztem Buch allen Formen von Vorurteilen zu Leibe. Dabei fängt er natürlich bei sich selbst an.
Für mich wurde die Lektüre mit den vielen hochaktuellen Bezügen und einer gnadenlosen Aufdeckung von Fälschungen in Geschichte und Gegenwart zu einem Lehrbuch, wie man heute mit Vorurteilen umgehen müsste, die uns täglich begegnen. Und das nicht nur in der großen Politik, wie am Beispiel der irakischen Katastrophe, die Ustinov in besonderer Weise beschäftigte, sondern auch bis zum persönlichen Umgang zwischen Menschen und Menschengruppen im täglichen Leben jeder Kommune.
Ein Satz in seinem Buch lässt mich nicht wieder los. Dort heißt es:
Ein „dummer“ Mensch hat wahrscheinlich Vorurteile, weil er über wenig Welterfahrung verfügt. Ein „intelligenter“ Mensch, der weiß, dass er Vorurteile hat und mit ihnen Macht ausübt, ist schlimmer.
Ich erspare mir jeglichen Kommentar und hoffe, dass viele dieses Buch lesen oder gelesen haben und auch über den Umgang miteinander in unserer Kommunalpolitik nicht nur dnachdenklich werden.
Ulrich Schrock (Eichwalde/ bei Berlin)
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