Literatur von Friedrich Bettex

Wer in Antiquariaten stöbert, kennt die Situation: Man findet ein spannendes Buch und will mehr vom Autor erfahren. Doch in älteren Ausgaben sucht man meist vergeblich nach biografischen Angaben. Oft reicht ein Klick im Internet für eine erste Information. Vor wenigen Jahren war das noch anders: Eine Recherche ohne Internet?! Dafür braucht es schon Leidenschaft! Von einer solchen Leidenschaft berichtet uns der gelernte Drucker Lothar Zenker aus Dresden:

 Wer war Professor Friedrich Bettex?

 Der Schweizer Laientheologe Carl Hilty (1833-1909) sagte einmal sinngemäß:

„Das eigenartige/wunderbare an den Führungen Gottes ist, das zur richtigen Zeit, Ereignisse passiere, die uns im Glauben weiter voranbringen, um wieder anderen Menschen helfen zu können.“

Das kann z.B. ein Gespräch, ein Gesangbuchlied, eine Bibelstelle oder auch ein Buch oder eine  Biografie sein. Mir ist es so bei diesem Schriftsteller Prof. Friedrich  Bettex ergangen. Es war etwa 1980, als ich in einem Antiquariat in Wernigerode ein Buch mit dem seltsamen Titel „Zweifel“ entdeckte. Der Verfasser F. Bettex sprach sich in diesem Buch für die Schöpfung und die Bibel als Gottes Wort aus. Außerdem sprach er sich ganz entschieden gegen die Bibelkritik (historisch-kritische Methode) aus.

Später wollte ich das Buch vervielfältigen lassen, aber es war nicht mehr auffindbar. Dafür fand ich in einem anderem Antiquariat (Ungelenk in Dresden) etwa 1985 ein anderes,  ebenso interessantes Buch von ihm: „Symbolik der Schöpfung“. Später kamen noch vereinzelt andere Broschüren hinzu. Auch das Buch „Zweifel“ erhielt ich einer anderen Auflage wieder. Nach dem Lesen der Bücher wollte ich mehr über diesen interessanten Schriftsteller wissen, dessen Bücher auch noch in einigen Büchern noch zitiert werden (z.B. bei G. Salomon zum Thema „Zahlen in der Bibel“).

Lange Zeit war das trotz vieler Mühen fast umsonst. Ich konnte trotz intensiver Suche in alten Lexika (Brockhaus 1895/96) nichts finden, so dass ich aus den Büchern nur einschätzen konnte: Professor Bettex aus der Schweiz, lebte etwa bis zum 1. Weltkrieg.

Durch Gottes Führungen sollte ich auch dieses Rätsel lösen. Als ich 1998 -2000 im bayrischen Stadtsteinach als Hausdrucker arbeitete, kam ich in Kontakt mit einer Familie in einer Freikirche. Dort erhielt ich die Anschrift einer Familie in Karlsruhe, die auf eigene Kosten nochmals einige Bücher von ihm nachdruckte.

Dort erhielt ich auch erstmals die genaueren Daten über Friedrich Bettex: Geboren 1837 in der Schweiz, verstorben 1915 in Deutschland.

Etwa ab dem Jahr 2000 konnte ich im Internet suchen und entdeckte verschiedene

Bücher und Daten von ihm (ZVAB / BOOKLOOKER): Geboren am 9. April 1837 in der französischen Schweiz) als Sohn eines Pfarrers, verstorben am 14. September 1915 in Konstanz.  Weiterführende Daten finden sich im „Bautz Kirchenlexikon“.

Aus dem Lebenlauf von Friedrich Bettex:

·         Erziehung in Baden Württemberg
·         Studium in Tübingen (Mathematik/Naturwissenschaft/Kunstgeschichte)
·         Lehrer in Schottland / 27 Jahre Sprach-und Zeichenlehrer
·         der König von Württemberg verlieh im für seine Verdienste den
·         Professorentitel
·         1902 gab er sein Lehramt auf

Bettex wurde bekannt durch seine apologetischen Bücher (Verteidigung). Seine Bücher wurden auch noch oft nach dem 2. Weltkrieg nachgedruckt. Seine Werke sind heute noch durch Büchersuchdienste erhältlich.

Hier eine Auswahl seiner Werke:

»Symbolik der Schöpfung«
»Das Lied der Schöpfung«
»Himmlische Realitäten«
»Zweifel«
»Israel«
»Das erste Blatt der Bibel«

Lothar Zenker, Dresden

 
Von Friedrich Bettex sind bibliothekarisch u.a. erhältlich:

„Die Bibel, Gottes Wort“
7. Auflage 1970 in der Staatsbibliothek Berlin (Unter den Linden)

„Das erste Blatt der Bibel“
38. Auflage, Stuttgart 1952, 82 Seiten in der Stadtbibliothek Berlin (Zentral- und Landesbibliothek)

(Ausgabe 1912, 64 Seiten) in der Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften in Görlitz. Fernleihe aber nicht möglich.

Achtung! Vorurteile!

Sir Peter Ustinov: Achtung! Vorurteile!
Rowohlt Taschenbuch Verlag, 3. Auflage 2005
Meine Frau brachte mir aus der Bibliothek ein Buch mit, weil sie annahm, dass mich etwas Kurzweiliges mehr dazu veranlassen könnte, ein Buch zu lesen. Ich kam damit das erste Mal mit Sir Peter Ustinov in Berührung, dessen Gespräche so kunstvoll und unterhaltsam wiedergegeben werden, dass unter dem Titel „Achtung! Vorurteile“ hochbrisante politische Themen mich wie eine Kriminalstory von Anfang bis zum Ende fesselten.Im Einstieg zu diesem Buch heißt es: Sir Peter Ustinov, russisch-französisch-deutsch-italienisch-äthiopischer Abstammung, wurde 1921 in London geboren. Er war Dramatiker, Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller. Als Schauspieler ist er unvergessen in Filmen wie Spartakus, Quo Vadis und Topkapi. Seine Paraderolle war Hercule Poirot in den Agatha-Christi-Verfilmungen. Die Schrifstellerei jedoch war Ustinov nach eigenem Bekunden von allen eroberten Kunstgattungen die liebste.Peter Ustinov war seit 1968 Sonderbotschafter des Kinderhilfswerk UNICEF und gründete die Peter Ustinov Stiftung, die u.a. Schulen in Afghanistan baut. Im März 2004 starb er in Genf an Herzversagen.

Noch vor Veröffentlichung dieses Buches sagte er selbst: Mehr als die meisten anderen Künste, in denen ich mich in meinem Leben versucht habe, ist dieses Buch über Vorurteile mein Vermächtnis. Und über ihn und sein Buch heißt es: Mit Witz und Charme rückt Peter Ustinov in seinem letztem Buch allen Formen von Vorurteilen zu Leibe. Dabei fängt er natürlich bei sich selbst an.

Für mich wurde die Lektüre mit den vielen hochaktuellen Bezügen und einer gnadenlosen Aufdeckung von Fälschungen in Geschichte und Gegenwart zu einem Lehrbuch, wie man heute mit Vorurteilen umgehen müsste, die uns täglich begegnen. Und das nicht nur in der großen Politik, wie am Beispiel der irakischen Katastrophe, die Ustinov in besonderer Weise beschäftigte, sondern auch bis zum persönlichen Umgang zwischen Menschen und Menschengruppen im täglichen Leben jeder Kommune.

Ein Satz in seinem Buch lässt mich nicht wieder los. Dort heißt es:

Ein „dummer“ Mensch hat wahrscheinlich Vorurteile, weil er über wenig Welterfahrung verfügt. Ein „intelligenter“ Mensch, der weiß, dass er Vorurteile hat und mit ihnen Macht ausübt, ist schlimmer.

Ich erspare mir jeglichen Kommentar und hoffe, dass viele dieses Buch lesen oder gelesen haben und auch über den Umgang miteinander in unserer Kommunalpolitik nicht nur dnachdenklich werden.

Ulrich Schrock (Eichwalde/ bei Berlin)